Your Custom Subtitle

TWITTER

Proud to be the 326th backer on @BackerKit for Mindjammer - The Roleplaying ... https://t.co/oOpiUvGwdQ1/22/2016

Main WebSite re-launched. All content from old site will be available there soon. Have fun!11/5/2013

Updated content on "RiftRoamers: Nations of Orion" . As currently other projects are more pressing, no dev-progress for now.6/12/2012

Nations of Orion - MMO Server sucessfully compiled on our tiny GuruPlug Server Plus. Due to NAT errors however it's currently inaccessible.10/23/2011

RiftRoamers - Nations of Orion: Next step is a working copy of vegaogre (http://t.co/4QyuekTV)9/23/2011


» @riftroamer

Kapitel 6 - Die Technikerin

Über dem gläsernen Schott zum Reaktorraum leuchtete die blaue Arbeitsmarke, die signalisierte das gerade im Reaktorraum gearbeitet wurde. Während diese aktiv war durfte aus Sicherheitsgründen nur derjenige der die Markierung gesetzt hatte diese entfernen oder Einstellungen im Maschinenraum durchführen.

Auf derartige Markierungen traf man überall dort wo Arbeiten durchgeführt wurden, deren Störung oder Unterbrechung den Arbeiter oder Neuankömmling gefährden könnte. Die weiteste Verbreitung fanden diese Markierungen auf Verladeanlagen oder Verkehrsknotenpunkten als sogenannte blaue Flagge, auch wenn eine deutlich sichtbare blaue Warnleuchte heute in der Regel die Aufgabe dieser „Blue Flag“ übernahm.

Zur Untätigkeit verdammt aktivierte ich das Interkom zum Reaktorraum und wurde augenblicklich von einem Fluch überrumpelt.

„Verdammt!“ eine dunkle weibliche Stimme hallte durch den Reaktorraum, begleitet von knisternden elektrischen Entladungen.

„Verdamt, verdammt!“ jetzt klapperte ein schwerer metallischer Gegenstand auf das Stahlgitter des Fußbodens, die Stimme klang dabei deutlich energischer.

„Scheiße!“ hallte es laut und langgezogen durch den Raum, eine metallene Werkzeugkiste fegte von einem wütenden Fußtritt beschleunigt über die Gitterroste und prallte scheppernd auf die gegenüberliegende Titanwand, wobei sich ihr Inhalt über den Boden verteilte. Einige Kleinteile fielen durch die Öffnungen des Gitterbodens und klapperten mit hohlem metallischen Geräusch mehrmals von verdeckt verlaufenden Leitungen und ebenfalls unter den Gitterrosten installierten Anlagen abprallend auf den etwa zwei Meter tiefer liegenden Boden.

Hinter der mannshohen Reaktorverkleidung stampfte mit kochendem Gemüt eine erstaunlich zierliche Frau ende Zwanzig hervor und warf wutentbrannt einen mit Kühlmittel verschmierten Stofffetzen in eine Ecke des Kraftwerkraumes, während sie sich mit der anderen Hand eine Schweißermaske vom Kopf zog und scheinbar achtlos vor sich zu Boden fallen ließ, genau vor ihren linken Fuß, der diese mit einem heftigen Tritt quer durch die Luft beförderte, bis die Maske einen Reparaturdroiden traf, der auf der anderen Seite des Raumes an der Wartungsstation angeschlossen war und - von seinen Spinnenbeinen geworfen - reglos auf dem Rückenpanzer zum liegen kam.

Das hübsche verschwitzte Gesicht der temperamentvollen Frau umspielete der befriedigte diabolische Anflug eines Lächelns, um den ein einzelner Schweißtropfen rann, der sich seinen Weg durch die leichten Kerben der Lachfältchen um ihren Mund suchte, über ihr feingeschnittenes und markantes Kinn glitt und in die vom Schweiß glänzende Öffnung ihres Ausschnittes fiel, der durch den bis zum Bauchnabel herabgezogenen Reißverschluß ihres Bordkombis einen interessanten Ausblick auf die Mitte ihres sportlichen Oberkörpers bot. Die glänzende Haut hob und senkte sich sichtbar unter den Atemzügen, die von der schweren Arbeit an dem gigawattstarken Fusionsreaktor herrührten.

Die dunkelhaarige Technikerin fuhr sich mit der rechten durch die kurze modische Frisur und trat in die Sicherheitsschleuse, die den Kraftwerksraum vom Rest des Maschinenraums und dem Kontrollraum trennte. Lautlos schloß sich die Gepanzerte Glastür und ein leichter kühler Luftzug deutete auf die Arbeit der Umwälzanlage hin. Ich nutzte die Gelegenheit mich auf einen der Sessel einer unbenutzten Arbeitsstation zu setzen und erst einmal abzuwarten. Kurze Zeit Später öffnete sich die zweite Tür der Schleuse und die grünäugige Technikerin ging leichtfüßig auf das Hauptkontrollpult zu.

„Computer!“ ihre Stimme klang nun ruhig und angenehm.„Starte Testsequenz RST-34/B genau 10 Sekunden vor der Stelle an der die letzte Unterbrechung aufgetreten ist!“

Einer der hochauflösenden Flächen auf dem Pult verwandelte sich in einen Bildschirm und zeigte einen Moment später eine graphische Simulation der Testsequenz mit durchlaufenden Logfile-Meldungen. Eine eingeblendete Uhr zählte von knapp vier Stunden rückwärts. Nach kurzer Zeit schien die Frau in dem dunkelblauen Bordkombi zufrieden und drehte sich zu dem schweren Schott, der in den vorderen Bereich des Raumschiffes führte um. Dabei fiel ihr Blick auf mich und der Mund öffnete sich zu einem Kommentar, den sie jedoch mit Blick auf die Uniform herunter schluckte.

Auch wenn es in der zivilen Raumfahrt absolut unüblich war, nahm sie militärisch Haltung an und zog mit verlegenem Grinsen den Verschluß des Overalls nach oben.

„Captain?“ Fragte sie. Ich erhob mich aus dem Drehsessel.

„Melrose Caldwell, oder einfach Mel!“ Ich lächelte sie mit einer hoffentlich aufgeschlossenen Mine an und fuhr fort: „Nina Mendez, nehme ich an? ExNavy-Tech?“

Sie gab die Haltung auf und bot mir leicht grinsend die Hand. Ich ergriff diese sofort und erwiederte ihren kräftigen Händedruck.

„Wird man nie ganz los, diese Vergangenheit.“ Antwortete sie und sah mir lange eindringlich in die Augen.

Wow! Diese Frau hatte das gewisse Etwas das mich zum beben zu bringen vermochte. Ich mußte mich in Acht nehmen.

„Wie steht es um den Reaktor?“ Fragte ich und sah mich im sauber gehaltenen Maschinenraum um.

Nina berichtete mir ausführlich von den getroffenen Optimierungen und verschwand dann im angrenzenden Waschraum um sich - wie sie sagte - den ganzen Saft abzuduschen. Ganz sicher meinte sie Schweiß oder Kühlflüssigkeit. Ich sah ihr nach, blickte noch etwa eine Minute regungslos auf den Durchgang zum Nassbereich, bis ich mich von dem bleibenden Eindruck - den die Technikerin bei mir hinterlassen hatte - lösen konnte und ich wieder das leise Flüstern der Klimaanlage, das Summen der Konverter und das Pumpen des Reaktors das gedämpft aus dem versiegelten Maschinenraum herausdrang wahrnahm. Ich machte mich auf den Weg weitere Teile des Schiffes zu erkunden.

zurück zur Übersicht...

Cookies helfen bei der Bereitstellung von Inhalten. Durch die Nutzung dieser Seiten erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Weitere Information